Carbon Removals für Unternehmen

16.09.2026

DACCS Anlage auf einer grünen Wiese als Symbol für Carbon Removals (CDR) für Unternehmen

Marktentwicklung, regulatorische Rahmenbedingungen und strategische Bedeutung von Carbon Removals in Unternehmen

Stand: September 2026

Es ist richtig, dass für viele Unternehmen heute immer noch der Fokus auf der Vermeidung und Reduktion ihrer Treibhausgasemissionen liegt, da diese der Kern jedes ambitionierten Transformationspfades sind. Gleichzeitig sollten nun auch CO₂-Entnahmen in Betracht gezogen werden. Dies kann die Vermeidung zwar nicht ersetzen – doch es stellt eine erforderliche Ergänzung dar.

Denn selbst ambitionierte Transformationspfade werden langfristig nicht alle Emissionen eli-minieren können. In vielen Branchen wie der Landwirtschaft, der Zement- oder Chemieindust-rie sowie in Teilen des Luftverkehrs bleiben unvermeidbare Restemissionen bestehen.

Um Net-Zero-Ziele trotzdem glaubwürdig erreichen zu können, ist deshalb die dauerhafte Entnahme von CO₂ aus der Atmosphäre (Carbon Dioxide Removal, CDR) notwendig. Doch auch darüber hinaus gibt es gute Argumente sich frühzeitig mit dem Thema zu beschäftigen. Welche Rolle kann CDR also für Unternehmen übernehmen? Wie sieht der Removalmarkt aus? Und welche Rahmenbedingungen bestimmen künftig die Skalierung der CO₂-Entnahmen?

Inhalt

  1. Warum sind Carbon Removals für Unternehmen relevant?
  2. Wie kann ein Einstieg in CDR aussehen?
  3. Wie sieht der Markt für Carbon Removals aktuell aus?
  4. Marktchancen für Carbon Removals in Deutschland
  5. CDR-Gap: Warum der Markt deutlich schneller wachsen muss
  6. Welche Herausforderungen gibt es bei der Skalierung von Carbon Removals?
  7. Wie kann die notwendige Nachfrage nach CDR entstehen?
  8. Welche Rolle spielen Zielkonflikte für das Removalpotential?
  9. Was sollten Unternehmen jetzt tun?
  10. FutureCamp Beratung zu Carbon Removals für Unternehmen

Warum sind Carbon Removals für Unternehmen relevant?

Langfristig werden hochwertige, dauerhaft speichernde Carbon Removals benötigt, um unvermeidbare Restemissionen im Rahmen von Net-Zero-Zielen auszugleichen. Internationale Standards wie die Science Based Targets initiative (SBTi) entwickeln hierfür zunehmend konkrete Anforderungen an die Nutzung von Carbon Removals.

Gleichzeitig nutzen immer mehr Unternehmen Removalzertifikate bereits heute, um Verantwortung für ihre weiterhin bestehenden Emissionen zu übernehmen (Ongoing Emission Responsibility, OER). Das bedeutet, dass sie zusätzlich zur Emissionsreduktion, also schon vor Erreichen von Net Zero, einen Teil ihrer Emissionen durch CDR-Mengen ausgleichen. Diese Removal-Zertifikate werden dabei nicht auf den Reduktionspfad angerechnet, sondern stel-len eine zusätzliche Selbstverpflichtung dar. Einen Standard setzt hier der Corporate Net Zero Standard Version 2.0 der SBTi. Dieser vergibt je nach Anteil der zusätzlich ausgeglichenen Emissionen drei verschiedene Anerkennungsstufen.

Abseits von Verpflichtungen und Labels dient die Investition in CDR dazu den Aufbau eines zukunftsfähigen CDR-Marktes aktiv zu unterstützen. Durch den Kauf von Zertifikaten oder den Abschluss langfristiger Abnahmeverträge schaffen Unternehmen Investitionssicherheit für Projektentwickler und tragen dazu bei, dass neue Technologien wie Pflanzenkohle (Biochar), Bioenergie mit CO2-Abscheidung und Speicherung (BioCCS/BECCS) oder die Abschei-dung und Speicherung von CO2 direkt aus der Luft (DACCS) skaliert werden können. Der frühe Markthochlauf ist entscheidend, denn die künftig benötigten Entnahmekapazitäten liegen um ein Vielfaches über den heute verfügbaren Mengen.

Darüber hinaus bieten Carbon Removals Unternehmen die Möglichkeit, sich frühzeitig auf kommende regulatorische und marktseitige Anforderungen vorzubereiten. Mit dem Carbon Removal Certification Framework (CRCF), der Weiterentwicklung von SBTi-Anforderungen und der geplanten Integration permanenter CO₂-Entnahmen in europäische Klimapolitiken entstehen derzeit die Rahmenbedingungen für einen eigenständigen europäischen CDR-Markt. Unternehmen, die sich bereits heute mit Qualitätsanforderungen, Portfolioaufbau und Beschaffungsstrategien beschäftigen, sichern sich also wertvolle Erfahrungen und Zugang zu künftig knappen Removal-Kapazitäten.

Removalzertifikate sind daher weit mehr als ein Klimainstrument. Sie helfen Unternehmen, zukünftige Net-Zero-Anforderungen vorzubereiten, Innovations- und Marktentwicklung zu un-terstützen und Verantwortung für unvermeidbare Emissionen zu übernehmen. Damit werden sie zunehmend zu einem strategischen Baustein moderner Klimastrategien und unternehmerischer Transformationspläne.

 

Wie kann ein Einstieg in CDR aussehen?

FutureCamp ist auf dem CDR-Markt aktiv und hat bereits Kund:innen in verschiedensten Bereichen betreut. Je nach den individuellen Zielen und dem aktuellen Stand können verschiedene Vorgehensweisen sinnvoll sein. Sind sich Unternehmen zunächst noch unsicher, was CDR für sie bedeutet, welche Standards für sie relevant werden und ob sie zum aktuellen Zeitpunkt überhaupt Removals verwenden möchten, bieten sich zunächst kompakte Workshops und Webinare an, um Kompetenzen aufzubauen und verschiedene Möglichkeiten zu eruieren.

Ist die Entscheidung für Removals gefallen, gilt es etwa Standards und Methoden zu evaluieren oder falls nötig sogar zu entwickeln. Auch die Entwicklung eigener CDR-Projekte sowohl im konventionellen (z.B. selbst finanzierte Aufforstung) als auch im neuartigen Bereich (z.B. Biochar aus eigener Pyrolyseanlage) kann eine gewinnbringende Option sein. FutureCamp hat beides bereits erfolgreich begleitet und auch in der Entwicklung von Negativemissionsstrategien Kompetenzen aufgebaut.

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Wie sieht der Markt für Removals aktuell aus?

Bereits heute werden große Mengen CO₂ durch natürliche Senken wie Wälder, Böden und andere Landnutzungsformen aus der Atmosphäre aufgenommen. Neuartige CDR-Ansätze wie Biochar, BioCCS/BECCS, DACCS oder Enhanced Rock Weathering, befinden sich dagegen noch in einer frühen Marktphase. Laut dem State of Carbon Dioxide Removal Report machen diese Technologien derzeit lediglich rund 0,05 % der weltweiten CO₂-Entnahmen aus, während über 99 % weiterhin auf konventionelle Senken entfallen.

Obwohl Deutschland bereits über eine aktive Unternehmenslandschaft mit rund 150 CDR-Unternehmen verfügt und deutsche Forschungseinrichtungen international eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von DACCS- und BECCS-Technologien spielen, befinden sich die meisten Projekte noch in der Demonstrations- und Pilotphase.

Zwischen 2019 und Juni 2026 wurden in Deutschland nur rund 28.000 Tonnen technische Carbon Removals realisiert – also physisch durchgeführt und nachgewiesen. Diese stammten laut einem Report der Deutschen Energie Agentur (dena) ausschließlich aus Biochar Projekten.

Gleichzeitig zeigen sich ein deutliches Wachstum und ein Trend zur technischen Diversifizierung bei den Vorverkäufen deutscher Unternehmen – also den Entnahmen, die bereits vertraglich zugesichert wurden, deren Realisierung jedoch erst in der Zukunft erfolgt. Ihre Menge verzeichnete zwischen 2024 und 2025 einen fast siebenfachen Anstieg. Dabei stammte der Großteil der verkauften Zertifikate 2025 aus den Technologien DACCS, BECCS und Enhanced Weathering, was die Marktentwicklung im CDR-Sektor auch über Biochar hinaus demonstriert.

 

Marktchancen für CO2 Entnahmen in Deutschland

Auch wenn es sich beim Großteil der neuartigen CDR-Projekte in Deutschland bisher um Pilot- oder First-of-a-Kind-Projekte unterhalb der großskaligen Anwendung handelt, ist das Potenzial groß. Laut einer Schätzung von BCG und DVNE liegt das CDR-induzierte Wirtschaftspotenzial in Deutschland bei 35 – 70 Mrd. Euro im Jahr 2050. Die dena kommt bei einer konservativen Schätzung zu CDR allein für den Ausgleich von Restemissionen in Deutschland auf jährliche Markterlöse von 7 – 16 Mrd. Euro im Jahr 2045.

Deutschland positioniert sich zunehmend als wichtiger Akteur im entstehenden CDR-Markt. Die Bundesregierung hat CO₂-Entnahme als festen Bestandteil der langfristigen Klimapolitik verankert und arbeitet weiter an der Langfriststrategie Negative Emissionen (LNe). Parallel werden Förderinstrumente für Pilotanlagen sowie marktbildende Maßnahmen entwickelt. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums sollen bis 2030 Fördermittel von bis zu 400 Millionen Euro bereitgestellt werden, um Investitionen anzureizen und Nachfrage- sowie Investitionsrisiken zu reduzieren.

Für eine breitere Skalierung gelten geeignete regulatorische Rahmenbedingungen, die Zertifizierung von CO₂-Entnahmen sowie die geplante Integration permanenter Entnahmen wie DACCS und BioCCS in den Europäischen Emissionshandel als zentrale Voraussetzungen. Der deutsche Markt steht damit heute noch am Anfang seiner Entwicklung, verfügt jedoch über die technologischen, wissenschaftlichen und politischen Voraussetzungen, um in den kommenden Jahren deutlich an Bedeutung zu gewinnen.

 

CDR-Gap: Warum der Markt deutlich schneller wachsen muss

Gleichzeitig wächst die Bedeutung von CDR weltweit rasant. Die heute realisierten Entnahmemengen bleiben noch weit hinter dem zurück, was für die Erreichung der Pariser Klimaziele erforderlich ist. Um unvermeidbare Restemissionen in Industrie, Landwirtschaft und Luftverkehr auszugleichen, müssen sowohl natürliche als auch technologische CO₂-Entnahmen in den kommenden Jahrzehnten massiv skaliert werden. Immer mehr Staaten entwickeln daher Strategien zur Förderung von Negativemissionen, während Unternehmen und Investoren zunehmend langfristige CO₂-Entnahmeverträge abschließen, um den Markthochlauf neuer Technologien zu unterstützen.

Doch was genau ist für die Erreichung der Klimaziele notwendig? Nicht erst seit dem dritten Bericht zum Stand der CO2-Entnahme im Juni 2026 ist bekannt, dass keines der IPCC-Szenarien ohne CDR auskommt. Nahezu alle Langfristszenarien gehen davon aus, dass die Bedeutung dauerhafter CO₂-Entnahmen in den kommenden Jahrzehnten stark zunehmen wird. Für eine Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 °C werden bis etwa 2035 weltweit bereits mehrere Millionen Tonnen CO₂-Entnahme pro Jahr benötigt.

Für die zweite Hälfte des Jahrhunderts liegen viele Modellierungen sogar in einer Größenordnung von rund 10 Gigatonnen CO₂ pro Jahr. Und auch nach Erreichung von Net Zero ist ein weiterer Ausbau nötig, denn aktuell gehen Expert:innen von einem „Overshoot“-Szenario aus – also einem Pfad, der kurzfristig 1,5°C Erhitzung überschreitet und danach durch Negativemissionen wieder korrigiert werden muss.

Die gegenwärtigen Wachstumskurven würden diese Ziele allerdings weit verfehlen. Sie laufen lediglich auf rund 8,4 Millionen Tonnen bis 2030 hinaus. Viele nationale Klimapläne und Nationale Klimabeiträge nach Pariser Klimaabkommen (NDCs) enthalten bislang keine CDR-Ziele in einer Größenordnung, die mit den Anforderungen der Klimaszenarien vergleichbar wären.

Das Diagram zeigt den enormen Skalierungsbedarf von Carbon Removals
 

Daraus ergibt sich die häufig diskutierte CDR-Gap: Die langfristig modellierten Mengen an erforderlichen CO₂-Entnahmen liegen deutlich oberhalb dessen, was gegenwärtig politisch geplant, finanziert oder konkret entwickelt wird. Dazu kommt, dass Verzögerungen bei den angekündigten Emissionsminderungen, Ausbremsung des CDR-Fortschritts durch Wetterextreme oder die Verlagerung von Geldern durch Klimafolgekosten diese Lücke noch vergrößern könnten.

Für Unternehmen bedeutet die absehbare Angebotslücke vor allem eines: Hochwertige und dauerhaft speichernde Entnahmekapazitäten könnten knapp bleiben. Wer CDR als Bestandteil der eigenen langfristigen Klimastrategie benötigt, sollte deshalb frühzeitig verstehen, welche Mengen, Technologien und Beschaffungsmodelle infrage kommen oder entsprechend eigene Projekte aufbauen.

Wir helfen Ihnen gerne dabei.

 

Welche Herausforderungen gibt es bei der Skalierung von Carbon Removals?

Rein technisch erscheint eine solche Skalierung nicht unmöglich. Häufig wird auf die Entwicklung von Elektrofahrzeugen verwiesen, die innerhalb weniger Jahre eine sogar noch steilere Wachstumsdynamik gezeigt haben, als das jetzt für CDR erforderlich wird. Der wesentliche Unterschied besteht jedoch darin, dass Carbon Dioxide Removal in vielen Fällen keinen eigenständigen Produktnutzen erzeugt, für den bereits ein großer Markt existiert.

Während sich Solarstrom oder Elektrofahrzeuge unmittelbar vermarkten lassen, entsteht die Nachfrage nach CDR häufig erst durch politische Ziele, regulatorische Anforderungen oder freiwillige Klimastrategien. Entsprechend wird der Markthochlauf voraussichtlich deutlich stärker auf öffentliche Förderung, politische Rahmensetzung und langfristige Nachfrageinstrumente angewiesen sein.

Die kommenden Jahre werden deshalb voraussichtlich weniger durch die Entwicklung neuer Technologien geprägt sein als durch die Frage, wie eine belastbare Nachfrage nach hochwertigen und dauerhaften CO₂-Entnahmen geschaffen werden kann. Die Diskussion um ETS-Integration, nationale Förderprogramme, Carbon Contracts for Difference und freiwillige Klimaziele lässt bereits erkennen, dass eine Phase der Markt- und Nachfrageentwicklung („Demand Creation“) beginnt.

 

Wie kann die notwendige Nachfrage nach CDR entstehen?

Mit der geplanten Anerkennung permanenter „Entnahmeeinheiten“ im EU-ETS ab schafft die EU-Kommission ein erstes zentrales politisches Nachfrageinstrument. Die angestrebte Finanzierung von 250 Millionen Tonnen Removals aus Europa schaffen ein starkes Nachfragesignal für den europäischen Markt. Aktuell sind für die ETS-Integration lediglich BioCCS- und DACCS-Zertifikate vorgesehen. Biochar soll zunächst keine Rolle spielen. So wird gezielt der Hochlauf von Technologien mit mittlerem Reifegrad gefördert. Trotzdem bringt der aktuelle Entwurf noch einige Herausforderungen mit sich.

Auch außerhalb des ETS schafft die Carbon Removals and Carbon Farming (CRCF) Regulation einen wichtigen Rahmen für den weiteren Markthochlauf.  Die Rechtsakte zu den einzelnen CDR-Methoden bilden als einheitliche Standards die Grundlage für eine robuste Qualitätssicherung der Removals und könnten damit Vertrauen und Zahlungsbereitschaft potenzieller Käufer im freiwilligen Markt (Voluntary Carbon Market, VCM) fördern. Der CRCF Buyers Club der EU bietet in diesem Kontext aus Vorlaufmarkt eine Chance Marktvolumina aufzubauen und Erfahrungen zu sammeln.

Freiwillige Standards wie die neue Version 2.0 des Corporate Net-Zero Standards der Science Based Targets initiative (SBTi) verleihen Removals zusätzliche Relevanz. Neben dem Einsatz zur Neutralisierung von Residualemissionen im Net-Zero Zieljahr wird hier ein klarer Pfad zur Integration von Removals für laufende Emissionen geschaffen. Unternehmen mit ambitionierten Klimazielen werden künftig nicht nur ihre Emissionen reduzieren, sondern sich verstärkt mit der Finanzierung hochwertiger Removals und dem Aufbau entsprechender Portfolios beschäftigen müssen.

Regulatorische Anerkennung und freiwillige Klimastrategien verfolgen nicht zwingend dieselben Ziele und stellen unterschiedliche Anforderungen an Carbon Removals. Unternehmen sollten deshalb frühzeitig klären, für welchen Zweck sie Removals einsetzen möchten und welche Anforderungen an Zertifizierung, Dauerhaftigkeit, Nachweisführung und Kommunikation daraus entstehen.

 

Welche Rolle spielen Zielkonflikte für das Potenzial von CDR?

Um neuartige Entnahmetechnologien wie DACCS, BECCS und Biochar im notwendigen Maßstab umzusetzen sind die Verfügbarkeit von Ressourcen wie Biomasse und erneuerbaren Energien sowie Ausreichende CCS-Kapazitäten zur geologischen Speicherung des abgeschiedenen CO2 essenziell. Dies führt zu Zielkonflikten mit anderen Maßnahmen zur Begrenzung der Klimaerwärmung. So kann etwa eine Fläche, auf der ein Moor wieder vernässt wurde, nur begrenzt dem Anbau von Biomasse dienen.

Auch bei erneuerbaren Energien ergibt sich ein potenzieller Engpass. Liegt der Fokus auf der Reduzierung von Fossiler Energie, muss ein Großteil der verfügbaren erneuerbaren Energie für die Elektrifizierung fossiler Prozesse und die Wasserstoffproduktion eingesetzt werden. Das führt dazu, dass nur noch ein Bruchteil der erneuerbaren Energien für DACCS zur Verfügung stehen würde. So müssten DACCS weit hinter dem technischen Potential zurückbleiben während derzeit etwa Optionen wie die direkte CO₂-Abscheidung und -Speicherung im Ozean (Direct Ocean Carbon Capture and Storage, DOCCS) noch komplett außenvor blieben.

Die unterschiedlichen Ressourcenanforderungen und technologischen Risiken sprechen dafür, Carbon Removals nicht ausschließlich anhand des Preises pro Tonne zu bewerten. Für eine langfristige Strategie werden vielmehr die Kombination verschiedener Technologien, die Qualität der Projekte sowie die Verfügbarkeit und Dauerhaftigkeit der Entnahmen entscheidend sein.

 

Was sollten Unternehmen jetzt tun?

Der Markt für Carbon Removals befindet sich noch im Aufbau. Technologien unterscheiden sich hinsichtlich Reifegrad, Dauerhaftigkeit, Kosten und Ressourcenbedarf, während sich regulatorische Rahmenbedingungen, freiwillige Standards und Qualitätsanforderungen rasch weiterentwickeln. Gleichzeitig wird durch den CDR-Gap und die steigende Nachfrage klar: Das strategische Risiko für Unternehmen liegt vor allem in der rechtzeitigen Verfügbarkeit und Skalierung von CDR.

Dabei sollten insbesondere drei Aspekte im Blick behalten werden, die auch der WWF in einem Leitfaden zum unternehmerischen Einsatz von CDR hervorhebt:

  • Kapazität: Welche Mengen hochwertiger und dauerhafter Removals werden perspektivisch benötigt und wie entwickelt sich das Angebot?
  • Geschwindigkeit: Welche Entscheidungen und Erfahrungen sollten bereits heute gemacht werden, um später nicht unvorbereitet und unter Zeitdruck handeln zu müssen?
  • Integrität: Welche Anforderungen müssen Technologien, Projekte und Zertifikate hinsichtlich Dauerhaftigkeit, Zusätzlichkeit, Messung und Nachweisführung erfüllen?

Wer sich frühzeitig mit Carbon Removals auseinandersetzt, schafft die Grundlage dafür, fundiert entscheiden und auf Markt- und Regulierungsentwicklungen reagieren zu können. Deshalb bietet es sich auch an bereits jetzt erste Erfahrung mit Beschaffung, Portfolioaufbau und Qualitätssicherung zu sammeln.

 

FutureCamp Beratung zu Carbon Removals für Unternehmen

Angesichts der vielfältigen Herausforderungen, die mit CDR auf Unternehmen zukommen ist es wichtig möglichst schnell einen Überblick zu bekommen. Viele Unternehmen zeigen Interesse, sind bei Nutzung und Finanzierung aber noch zurückhaltend. Häufig fehlen Orientierung, klare Qualitätskriterien und Sicherheit bei Fragen von strategischer Verankerung und konkreter Auswahl von Technologien und Projekten.

Für Unternehmen, die sich vertieft mit Carbon Removals auseinandersetzen möchten, bietet FutureCamp deshalb verschiedene Möglichkeiten zur Information, Einordnung und weiteren Umsetzung an.

Das kostenfreie Webinar „Carbon Removals im unternehmerischen Klimaschutz“ gibt einen kompakten Überblick über die Rolle von Carbon Removals vor dem Hintergrund der EU-ETS-Reform, des SBTi Net-Zero Standard V2.0 und aktueller Anforderungen an Umweltclaims.

Im Kompaktworkshop „Carbon Removals im unternehmerischen Klimaschutz“ ordnen wir gemeinsam die unternehmensspezifische Ausgangssituation ein und entwickeln konkrete Handlungsoptionen, z. B. zu ETS-Reform und regulatorischen Anforderungen, Klimastrategie und SBTi 2.0, Carbon Removals und Beschaffungsstrategien, sowie zum Umgang mit fortlaufenden Emissionen und Klimabeiträgen. Der Workshop ist bewusst kompakt gehalten und kann hinsichtlich Schwerpunkt und Fragestellungen an die jeweilige Unternehmenssituation angepasst werden.

Darüber hinaus unterstützt FutureCamp Unternehmen etwa bei der Bewertung und Beschaffung von CDR-Zertifikaten, bei der Entwicklung eigener CDR-Projekte und der Integration von Removals in ihre Klimastrategie.

  • Carbon Dioxide Removal-Beratung
  • CDR-Projekte und Referenzen

 

Sie haben weitere Fragen oder Interesse an einem unserer Angebote?

Melden Sie sich gerne bei unserem Experten für Carbon Removal Themen Dr. Sebastian Lenz (sebastian.lenz [at] future-camp.de).

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