Hitzekosten vermeiden

14.07.2026

Nur ein Hitzetag kostet die deutsche Wirtschaft rund 431 Millionen Euro.
Dabei entfällt der Großteil der Verluste auf Faktoren, die nach wie vor von vielen Unternehmen unterschätzt werden. Die Zahlen zeigen klar: Wer Hitzeschutz verschläft, zahlt drauf.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Prognos AG im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, die ökonomische Folgen von Hitzetagen (ab >30 Grad Celsius) betrachtet.
Sie stellt fest:

  • Etwa 97 Prozent der ökonomischen Kosten entstehen durch Produktivitätsverluste der Beschäftigten – ein Faktor, den die wenigsten auf dem Schirm haben.
  • Rund 13 Millionen Euro entfallen auf Arbeitsausfälle durch hitzebedingte Krankheiten und Unfälle. Ein Hitzetag führt dabei zu rund 76.500 zusätzlichen Fehltagen.
  • Betrachtet man nicht nur die direkten, sondern auch indirekte Effekte entlang der Wertschöpfungsketten, können die Hitzefolgenkosten im Zeitraum 2030 bis 2061 deutschlandweit wohl rund 4,2 bis 9,0 Milliarden Euro pro Jahr betragen.
  • Allein in den Hitzesommern 2018 und 2019 gab es bereits ca. 9,2 Milliarden Euro an hitzebedingten Produktivitätsverlusten in Industrie, Gewerbe und Dienstleistungen.

Dabei trifft Hitze nicht alle Unternehmen gleich stark. Sektoren wie Baugewerbe, das verarbeitende Gewerbe, die Land- und Forstwirtschaft sowie Verkehr und Lagerei müssen mit besonders hohen Kosten rechnen. Auch der Standort ist entscheidend. Aufgrund der klimatischen Bedingungen und der Wirtschaftsstruktur tragen Bayern und Baden-Württemberg die höchsten Kosten.

Das zeigt klar:

  • Hitzeschutz ist ein Wirtschaftsfaktor: Ein vorausschauender, klimagerechter Arbeitsschutz ist kein reiner Kostenfaktor, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit.
  • Prävention sichert Leistungsfähigkeit: Frühzeitige Investitionen in Hitzeschutzlösungen schützen nicht nur Mitarbeitende, sondern sichern langfristig Produktivität und vermeiden hohe Folgekosten.
  • Es gibt keine Einheitslösung: Je nach Branche, Standort und individuellem Risikoprofil sind unterschiedliche Maßnahmen erforderlich, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.

Grundlage für effektive Schutzmaßnahmen sollte deshalb eine Klimarisikoanalyse sein, die konkret auf Standorte, Prozesse und Wertschöpfungsketten eingeht, individuell die Risikofaktoren eines Unternehmens bewertet und hilft, strategisch Maßnahmen zu treffen.

Die vollständige Studie der Prognos AG finden Sie hier:
https://www.prognos.com/sites/default/files/2026-04/260317_Klimabedingte_Risiken_fuer_die_Arbeitswelt_Report_final.pdf