Am 3. Februar hat die EU-Kommission den finalen delegierten Rechtsakt zu permanenten Carbon Removals verabschiedet. Er definiert erstmals verbindliche Anforderungen und Quantifizierungsregeln für CDR-Projekte wie DACCS, BioCCS und Biokohle.

Der Rechtsakt liegt nun zur Prüfung beim EU-Parlament und Rat, bevor er im im Lauf des 2. Quartals 2026 (vorbehaltlich möglicher Einsprüche) in Kraft treten soll.

Mit dem nun bestehenden Zertifizierungsrahmen und den Governance-Regeln können ab voraussichtlich Mitte 2026 Projekte für permanente Removals erstmals eine EU-CRCF Zertifizierung beantragen.


Zu den weiteren Removal-Methodologien gab es im Februar folgende Sitzungen der Expertengruppe:

  • am 5. Februar: Carbon Farming (Landwirtschaft, Agroforst, Moor-Wiedervernässung und anderer organischer Böden sowie Aufforstung)
  • am 6. Februar: Sitzung zu C-Bindung in biobasierten Produkten im Gebäudesektor
  • am 9. Februar: Direct Ocean Carbon Capture & Storage (DOCCS) und Mineralische Karbonisierung

Die offizielle Veröffentlichung der dann weitestgehend finalisierten Entwürfe weiterer Rechtsakte werden frühestens für April 2026 erwartet.

Erfreulich ist, dass für den Bereich C-Farming inzwischen wesentliche Punkte wie verkürzte Aktivitäts- und Monitoringzeiträume definiert wurden und auch eine vereinfachter Prozess für die wiederkehrenden Prüfung von Nachhaltigkeit und Zusätzlichkeit in Aussicht steht.

Noch nicht abschließend geklärt ist das Verfahren zur Absicherung der temporären Removals, etwa durch Buffer-Pools. Diskussionen zu den anzuwendenden Baselines sind ebenso noch nicht abgeschlossen.

Für Pilotprojekte wurde ein „Certificat of Performance“ vorgestellt. Dieses soll Stakeholder während der Anfangsphase von den Zusätzlichkeitsanforderungen freistellen.

Fördermaßnahmen sind vorgesehen. Ein „EU-Buyers Club“ aus privaten Akteuren und Public Private Partnerships (PPPs) sollen durch eine offizielle Zusammenarbeit mit den Mitgliedsstaaten entstehen. Das könnte zu Preisgarantien für C-Marktinitiativen führen.


Weitere Methodologien werden geprüft und erarbeitet

  • Enhanced Rock Weathering (ERW)
  • Direct Ocean Carbon Capture & Storage (DOCCS)
  • Mineralische Karbonisierung


Für DOCCS und Mineralische Karbonisierung wird derzeit geprüft, ob und in welcher Form Entwürfe für Delegated Acts erarbeitet werden sollen. Bisher gibt es lediglich Technical Assessment Papers. Mit belastbaren Informationen ist voraussichtlich nicht vor 2027 zu rechnen.

FutureCamp verfolgt diese Entwicklungen aktiv durch Teilnahme an den Fachveranstaltungen.


Anwendung & Umsetzung
Mit dem bestehenden CRCF-Zertifizierungsrahmen (2024) und den kürzlich in Kraft getretenen Governance- und Prüfregeln sind nun alle rechtlichen Voraussetzungen geschaffen:

  • EU-Zertifizierungsvorgaben für permanente CDR-Projekte
  • Akkreditierungsvorgaben von Prüfstellen für Audits


In den kommenden Monaten werden die ersten DACCS-, BioCCS- und Biokohle-Projekte zertifiziert.


Das Expertenteam von FutureCamp Climate GmbH unterstützt aktiv – von der Einordnung der Regulierung bis zur erfolgreichen Zertifizierung Ihrer Projekte.

Autor: Dr. Sebastian Lenz
Tags:  CDR


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