Mit dem Digitalen Produktpass sollen physische Produkte mit einem digitalen Datensatz verknüpft werden, um Transparenz über den gesamten Produktlebenszyklus zu schaffen. Über die nächsten Jahre wird er ab 2026 schrittweise zum regulatorischen Standard für zahlreiche Produkte in der EU. Doch Unternehmen sollten den DPP nicht nur als Compliance-Thema begreifen, sondern als strukturiertes Datenprojekt mit echten Chancen nutzen.

Auf Basis der Ecodesign for Sustainable Products Regulation (ESPR) definiert die EU-Kommission in den kommenden Jahren für priorisierte Branchen konkrete Anforderungen – inklusive Digitalem Produktpass.

Mit als erstes betroffen sind u.a. Batterien und Textilien. So soll mit der Batterieverordnung als Rechtsrahmen bereits 2027 ein Batteriepass eingeführt werden. Bei Textilien ist als priorisierte Produktgruppe unter der ESPR voraussichtlich ab 2026/2027 ebenfalls mit delegierten Rechtsakten zu rechnen.

Für die betroffenen Unternehmen bedeutet das ein umfassendes Datenprojekt. Neben meist gut vorhandenen Produktstammdaten, technischen Spezifikationen und Zertifikaten müssen sie für den DPP auch belastbare CO2-Daten, detaillierte Materialinformationen und transparente Lieferkettendaten liefern.

Doch der DPP darf nicht nur als Compliance-Frage gesehen werden. Er ist eine Chance, denn er macht sichtbar, wo die Datenbasis im Unternehmen noch nicht belastbar ist. Außerdem schafft die systematische Erfassung von Produkt- und Lieferkettendaten erstmals eine durchgängige Transparenz über die eigene Wertschöpfung. Und wer seine Daten strukturiert erhebt, versteht seine Produkte besser und kann sie gezielt weiterentwickeln.

Das ermöglicht unter anderem

  • Identifikation von Emissions- und Kostentreibern
  • Bewertung kritischer Materialien
  • Optimierung von Produktionsprozessen
  • gezielte Produktverbesserungen, z. B. höhere Rezyklatanteile oder bessere Reparierbarkeit


Der DPP zwingt Unternehmen dazu, ihre Wertschöpfung datenbasiert zu durchdringen und genau darin liegt sein strategischer Wert. Um diesen nutzen zu können, ist ein strukturiertes Vorgehen entscheidend. Unternehmen sollten jetzt eine Dateninventur durchführen, Lücken identifizieren, Data Governance aufsetzen und dabei die strategische Nutzung der Daten von Anfang an mitdenken.

So wird der digitale Produktpass zum Impuls, Produkte besser zu verstehen und gezielt weiterzuentwickeln. Gerne unterstützen wir Sie dabei, den digitalen Produktpass strategisch in Ihrem Unternehmen zu verankern: von der ersten Datenanalyse bis zur Umsetzung.


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