nEHS-Auktionshandel 2026: Hohe Nachfrage, niedrige Zuschlagsquoten und neue Regeln für 2027

02.09.2026

Moodbild Fabrik, aus deren Schornstein Dampf in den Himmel des Sonnenuntergangs aufsteigt, symbolisiert den FutureCamp Artikel zum nEHS-Auktionshandel 2026

Die Versteigerungsphase im nationalen Emissionshandelssystem (nEHS) lässt viele Unternehmen mit negativem Eindruck zurück. Die Zuschlagsquote sank im Verlauf der Auktionen von 7,6 % auf zwischenzeitlich 2,02 %.

 

Rückblick nEHS-Auktionshandel 2026

Starker Nachfrageüberhang prägt die Versteigerungsphase

Schon zu Beginn der Versteigerungsphase im nEHS-Auktionshandel 2026 an der European Energy Exchange war die Nachfrage nach nationalen Emissionszertifikaten (nEZ) außerordentlich hoch. In der Folge sank die Zuschlagsquote kontinuierlich. Erwartungsgemäß lag der Zuschlagspreis bei allen Auktionen bei 65 Euro/t, was bei den ersten sieben Auktionen gemäß den Regularien zu einer Verdopplung der jeweiligen Auktionsmenge und zu einem Wegfallen späterer Auktionstermine führte.

Die untenstehende Grafik zeigt die Entwicklung von Gesamtgebotsmenge, Versteigerungsmenge und Zuschlagsquote je Auktionstermin (Annahme: 2,05 % für den 09.09.2026).

 

Herausforderungen des aktuellen Auktionsformats

Die niedrigen Zuschlagsquoten stellen Unternehmen vor erhebliche Herausforderungen. Eine frühzeitige Bedarfsermittlung wird damit immer wichtiger. Hinzu kommen Anforderungen an die Liquidität, da Gebote im Voraus finanziert werden müssen, die tatsächlich zugeteilten Mengen jedoch deutlich geringer ausfallen. Die mehrwöchige Kapitalbindung wirkt bei den meisten Unternehmen gleichzeitig als natürliche Grenze für ihre Gebotsstrategien. Hätte man in jeder Auktion ein Gebot von 10.000 nEZ abgegeben, so hätte man über alle 11 Auktionen (Annahme: 2,05 % für den 09.09.2026) in Summe ca. 4.361 nEZ erhalten.

 

Ausblick nEHS-Auktionshandel 2027

Neue Rahmenbedingungen im nEHS

Der Gesetzesentwurf zur dritten Änderung des Brennstoffemissionshandelsgesetzes (BEHG) sieht für 2027 einige Anpassungen vor. Künftig sollen Gebote ausschließlich zur Auslieferung auf Compliance-Konten von BEHG-Verantwortlichen zulässig sein. Zudem soll die maximal zulässige Gebotsmenge je Compliance-Konto und Auktionstermin von bisher 50 % auf 20 % der angebotenen Menge reduziert werden.

Ob diese Maßnahmen zu höheren Zuschlagsquoten führen werden, bleibt offen. Sicher ist jedoch: Marktteilnehmer werden deutlich besser vorbereitet in die Versteigerungsphase 2027 starten, als dies teilweise 2026 der Fall war. Gleichzeitig dürfte die Preisdifferenz zwischen Auktion und Festpreis die Nachfrage zusätzlich erhöhen.

Vorgesehen ist für 2027 die Fortführung des Preiskorridors von 55 bis 65 €/nEZ. Überschussmengen sollen zu einem Festpreis von 73 €/nEZ 2027 verkauft werden (bisher 68 €/nEZ). Für Nachbeschaffungen ist zusätzlich die 10 %-Nachkaufoption zum Festpreis von 75 €/nEZ bis Ende August 2028 geplant (bisher 68 €/nEZ).

Vor dem Hintergrund der Erfahrung 2026 und der Änderungen für 2027 wird die Entwicklung einer individuellen Gebotsstrategie zunehmend zum Erfolgsfaktor. Wir unterstützen Sie dabei gerne.

 

Terminhinweis

Einen umfassenden Überblick bietet Ihnen am 13.10.2026 das Webinar „CO₂-Handel und -Management im EU-ETS 1 und 2 sowie nEHS“ der FutureCamp Akademie.

Schwerpunkte

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  • CO₂-Preise, Preiseinflussfaktoren, Preisprognosen
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  • Zertifikatsregister

Unternehmensspezifische Workshops führen wir jederzeit gerne auf Anfrage durch.

 

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Das Säulendiagramm zeigt Nachfrage vs. Angebot je Termin im nEHS-Auktionshandel 2026.

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