nEHS-Preiskorridor gilt auch 2027

18.05.2026

Beleuchtete Fabrikanlage bei nacht als Symbol für den FutureCamp Artikel zum nEHS-Preiskorridor

Am 13.05.2026 hat sich der Koalitionsausschuss darauf geeinigt, den Preiskorridor von 55 bis 65 Euro im nationalen Emissionshandel (nEHS) auch im Jahr 2027 beizubehalten.

Eigentlich sollte der nEHS bereits im Jahr 2027 in das neue europäische Emissionshandelssystem für Gebäude und Verkehr (EU-ETS 2) übergehen. Der Start des EU-ETS 2 wurde aber auf das Jahr 2028 verschoben und die Berichts- und Abgabepflichten im Rahmen des nEHS wurden um ein Jahr verlängert. Hier war die Einführung eines marktbasierten Preises vorgesehen, der sich am Preisniveau für Emissionszertifikate (EUA) im EU-ETS 1 orientieren sollte (s. a. BEHV-Novelle vom 16.09.2025). Diese Kopplung wird nun aufgehoben.

Damit wird es sowohl für das Berichtsjahr 2026 als auch 2027 eine Auktionsphase mit Preiskorridor geben. Die relevanten Änderungen zum Beschaffungsprozess 2026 haben wir bereits kürzlich hier auf unserer Website dargestellt.

Auf der einen Seite können betroffene Unternehmen und andere Marktteilnehmer jetzt etwas besser planen. Die Preise für Zertifikate im nEHS werden sich voraussichtlich am oberen Ende des Preiskorridors bewegen. Trotz der Unsicherheiten im Auktionsprozess gibt es damit mehr Orientierung. Außerdem müssen sich die Unternehmen nicht schon bis 2027 auf einen erneut veränderten Verkaufsmechanismus einstellen.

Auf der anderen Seite werden aber die Minderungsziele in den Sektoren Gebäude und Verkehr auf Grund der zu geringen Lenkungswirkung des nEHS-Zertifikatspreises mit ebenfalls hoher Wahrscheinlichkeit weiterhin nicht erfüllt werden. Der Nebeneffekt: dem Klima- und Transformationsfonds, in den Einnahmen aus den Emissionshandelssystemen fließen, werden Mittel für Klimaschutzmaßnahmen fehlen.

Um Rechtssicherheit zu schaffen, müssen BEHG und BEHV zeitnah angepasst werden.

FutureCamp wird bereits ab 2026 als Non-Clearing-Member an der EEX gelistet sein und unterstützt Sie gerne in der Auktionsphase, in der Festpreisphase sowie bei der Nachbeschaffung oder am Sekundärmarkt. Darüber hinaus bieten wir Inhouse-Workshops zur Vermittlung der genauen Ausgestaltung des Verkaufsprozesses sowie zur Entwicklung Ihrer Beschaffungsstrategie an.

Ähnliche Nachrichten

  • Moodbild Fabrik, aus deren Schornstein Dampf in den Himmel des Sonnenuntergangs aufsteigt, symbolisiert den FutureCamp Artikel zum nEHS-Auktionshandel 2026

    nEHS-Auktionshandel 2026: Hohe Nachfrage, niedrige Zuschlagsquoten und neue Regeln für 2027

    Die Versteigerungsphase im nationalen Emissionshandelssystem (nEHS) lässt viele Unternehmen mit negativem Eindruck zurück. Die Zuschlagsquote sank im Verlauf der Auktionen von 7,6 % auf zwischenzeitlich 2,02 %.   Rückblick nEHS-Auktionshandel 2026 Starker Nachfrageüberhang prägt die Versteigerungsphase Schon zu Beginn der Versteigerungsphase im nEHS-Auktionshandel …

  • Fabrik mit vielen Rohren und Kaminen in der Dämmerung symbolisiert den FutureCamp Artikel zur ETS-Reform.

    ETS-Reform: erster Überblick

    Der Vorschlag zur ETS-Reform der EU-Kommission vom 17. Juli 2026 (s. a. Pressemitteilung der Europäischen Kommission) hat eine Debatte ausgelöst, die der Emissionshandel nur selten erlebt: Plötzlich wurde über ein Fachthema aus Brüssel in den Hauptnachrichten berichtet. Im Mittelpunkt stand vor allem …

  • Die EU-Flagge weht vor einem blauen Himmel - im Hintergrund ein Schornstein mit aufsteigendem Rauch symbolisiert den FutureCamp Artikel zu CSCF.

    CSCF: vorerst keine Kürzungen

    Der CSCF bleibt bei hundert Prozent. Das bedeutet keine zusätzliche Kürzung der kostenlosen Zuteilung bis 2030 trotz überschrittener Höchstmenge. Der sektorübergreifende Korrekturfaktor (CSCF) im EU-Emissionshandel soll sicherstellen, dass nicht mehr kostenlose Emissionszertifikate zugeteilt werden, als nach den gesetzlichen Vorgaben zur Verfügung stehen. …

1-3