Deutschland hat 2025 mehr als 21,4 Milliarden Euro aus dem europäischen und nationalen Emissionshandel eingenommen, die in den Klima- und Transformationsfonds fließen. Zahlen des Bundesumweltministeriums zeigen, dass der Klimaschutz in Deutschland dennoch an Dynamik verliert.
Während die Emissionen 2024 im Vergleich zum Vorjahr noch um 3 Prozent sanken, verringerten sie sich 2025 mit 649 Mio. Tonnen CO2e ggü 2024 nur mehr um 0,1 Prozent. Deutschland ist zwar insgesamt weiterhin auf Kurs, die Klimaziele bis 2030 zu erreichen, doch es wird deutlich, dass die bisherigen Fortschritte nicht ausreichen, um die notwendige Transformationsgeschwindigkeit aufrechtzuerhalten.
Die Energiewirtschaft zeigt weiterhin positive Entwicklungen. Erneut stieg die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien an. Der Rückgang der Kohleverstromung trägt zusätzlich zur Emissionsminderung bei. Auch der Wald ist 2025 wieder auf dem Weg zu einer Netto-Emissionssenke. In der Landwirtschaft blieben die Emissionen hingegen auf demselben Niveau wie 2024.
Die Gesamtemissionen 2025 liegen damit zwar unterhalb der vorgegebenen Jahreshöchstmenge, und Deutschland hat seine Treibhausgasemissionen nunmehr gegenüber 1990 um 48 Prozent reduziert. Aber die Bundesregierung sieht zusätzlichen Handlungsbedarf: Ohne weitere Maßnahmen steht die Zielerreichung von minus 65 Prozent im Jahr 2030 ggü 1990 in Frage.
So bleiben besonders die Sektoren Verkehr und Gebäude problematisch. Hier nahmen die Emissionen leicht zu, da strukturelle Veränderungen bislang zu langsam umgesetzt werden. Im Verkehrsbereich wirken sich u. a. eine steigende Fahrleistung und der nach wie vor hohe Anteil fossiler Antriebe aus. Im Gebäudesektor bremsen vor allem zögerliche Sanierungsraten und der weiterhin verbreitete Einsatz fossiler Heizsysteme den Fortschritt.
Die Weiterentwicklung des europäischen Emissionshandels sowie die Einführung des zweiten Emissionshandelssystems (EU-ETS 2) für Gebäude und Verkehr im Jahr 2028 werden den CO2-Preisdruck in den kommenden Jahren daher weiter erhöhen. Das Klimaschutzprogramm 2026 soll zusätzliche Anreize für Emissionsminderungsmaßnahmen setzen.
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